Die Zukunft der Krabbenfischerei

Die Krabbenfischerei an der Nordsee steht vor großen Veränderungen. Das Aussehen der Kutterflotten wird vermutlich deutlich kleiner, technologischer und ökologischer sein.

Drei entscheidende Veränderungen sind möglich:

1. Weniger Kutter

Die Kutterflotte schrumpft erheblich. Höhere Betriebskosten, strenge Quoten und der Wegnahme von Fanggebieten (u. a. durch den Ausbau von Offshore-Windparks und Meeresschutzgebieten) setzen den Fischern wirtschaftlich zu. Über staatliche Abwrackprämien entscheiden sich zudem immer mehr ältere Kapitäne ohne Nachfolger dazu, ihre Kutter stillzulegen.

2. Der „Kutter der Zukunft“

Die Flotte ist stark überaltert. Im Rahmen von Forschungen, wird in Projekten wie dem ZukunftsKutter Nordsee - KuNo die nächste Generation Kutter entwickelt. Diese neuen Schiffe verabschieden sich vom Design des 19. Jahrhunderts:

  • Grüner Antrieb: Statt Schiffsdiesel kommen vermehrt umweltfreundliche Antriebe zum Einsatz, etwa Elektromotoren in Kombination mit grünem Methanol.
  • Neues Layout: Bei modernen Entwürfen wandert das Ruderhaus nach vorne. Das schützt die Besatzung auf dem Achterdeck besser vor Wetter und sorgt im Nachtbetrieb dafür, dass der Kapitän nicht von der Beleuchtung des Arbeitsdecks geblendet wird.

3. Neue Fangmethoden

Den Meeresboden zu schützen ist ein klassifiziertes Ziel der EU. Die klassische Fischerei mit Grundschleppnetzen (Kurren) steht unter strenger Beobachtung. Für die Zukunft  forscht die Branche an alternativen Fangmethoden, wie beispielsweise der Pulskurre. Diese soll die Krabben per minimale Stromstöße aufschrecken, anstatt den Boden intensiv zu berühren. Beifang und Bodenschäden sollen hierdurch drastisch reduziert werden.

Gleichzeitig wird versucht, die Wertschöpfung wieder zu regionalisieren, um die Krabben nicht mehr zum Krabbenpulen per Lkw nach Marokko und zurück transportieren zu müssen (z. B. durch die Weiterentwicklung automatischer Krabbenpulmaschinen direkt an der Küste).

Bei allen Überlegungen darf die regionale Bedeutung und die Tradition der Krabbenfischerei nicht in den Hintergrund gedrängt werden.